Pochoir

Pochoir ist französisch und heißt Schablone bzw. bezeichnet die Schablonenkunst.
Eher bezeichnet man diese Technik aber als Stencil, englisch für Schablone. Durch diese Schablone sprüht man Farbe, sodass die ungewünschte Farbe von der Schablone aufgefangen wird und nur die Farbe durchkommt, die auch entsprechend der Schablone ein Muster ergeben soll: Schneidet man in ein rechteckiges Papier einen Kreis, erhält man auch beim Sprühen einen Kreis auf dem jeweiligen Untergrund.

Verfahren

Darin zeigt sich auch schon der erste Unterschied zum freihändigen Graffiti, da man für Stencils einige Vorbereitungen treffen muss. Die Schablone besteht aus Pappe, Kunststoff oder laminiertem Papier – Hauptsache die ungewünschte Farbe wird von der Schablone aufgenommen. Für den mehrmaligen Einsatz bzw. für größere Sprühaktion helfen Holz und Metall aufgrund ihrer Härte. Aus der Kombination verschiedener Schablonen und Farben entstehen die kompliziertesten Muster.
Neben der klassischen Sprühflasche wie man sie im Baumarkt findet, verwendet man auch Pinsel, Airbrush oder Ölbuntstifte.

Geschichte

Bei der Schablonenkunst erstellt man also ein Negativbild. Bereits unsere Vorfahren nutzen diese einfache Technik, indem sie über ihre Hände Farbe spritzen, die dann durch den Zwischenraum der Finger eine menschliche Hand bildet. Stencilarbeiten nutzte man auch für andere dekorative Zwecke, zum Beispiel für Möbel, Wände oder andere Einrichtungsgegenstände. Als echte Kunstform entwickelte sich das Stencilverfahren in den 1970ern in der Punktkultur zum Beispiel in Amsterdam. Bekanntester Vertreter dieser Bewegung ist der Künstler Blek le Rat, der als Urvater der Stencilkunst gilt, auch wenn er damit nicht der erste war, der an Häuserwänden seine Kunst hinterließ. Die ersten waren die Punks, die zur Verbreitung des Graffiti beitrugen.

Verwendung

Stencilkunst oder Stencilarbeiten benutzen Künstler oft um politische Probleme zu thematisieren. Mit der Schablone werden häufig Politiker oder Symbole abstrakt dargestellt. Aber auch Künstler des Streetart – eine Kunst im öffentlichen Raum: besprüht oder beklebt werden Häuserwände, Stromkästen, Laternen, Verkehrsschilder, Telefonzellen, Mülleimer, Ampeln und sogar Bäume – benutzen die Schablonenkunst auf den sogenannten Stadtmöbeln. Einer der bekanntesten Künstler dieser Szene ist der Brite Banksy. Seine Schablonengraffiti sind in Bristol, aber auch weltweit sehr bekannt.
Ansonsten verwendet auch das Militär die Schablonentechnik um Kisten, Container, Panzer oder sonstige Fahrzeuge mittels Sprühfarbe zu beschriften.
Aber auch der Otto Normalverbraucher kann die Schablonentechnik ohne viel Aufwand, Mühe und Kosten für seine privaten Zwecke verwenden. So kann man T-Shirts, Pullover oder jedes andere Kleidungsstück einfach und kostengünstig bedrucken.