Der Hochdruck geht auf den deutschen Goldschmied und Buchdrucker Johannes Gutenberg zurück, dem Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metall-Lettern. Seine Erfindung – den Drucktext in einzelne und bewegliche Buchstaben des Alphabets aufzuteilen, statt Druckvorlagen mit dauerhaft in Holz oder Stein geritzten Buchstaben zu verwenden – revolutionierte den Buchdruck. Aus einem endlichen Set aus Buchstaben, Satzzeichen und Garnituren konnte der Setzer das Manuskript nun schnell und kostengünstig für den Druck vorbereiten. Die Metall-Letter sind härter als Stein und Holz und können so mehrfach eingesetzt werden, ohne das die Druckqualität verloren geht. Anders als beim Flachdruck, basiert das Druckverfahren auf höher- und tieferstehende, auf druckende und nicht druckende Bereiche: Das Schriftbild – der oberste Teil der Letter – überträgt die Farbe auf das Papier, der restliche Teil der Letter – Kegel und Fleisch – bilden den Körper und nehmen keine Farbe auf. Die Letter wird von Hand oder von einer Maschine gesetzt.
Die Metall-Lettern und Gutenbergs Buchdruckmaschine sind der Vorreiter für eine serielle Produktion von Texten und Druckerzeugnissen. Zwischen 1452 und 1454 entstand in der Werkstatt von Gutenberg die sogenannte Gutenberg-Bibel.
Kurze Geschichte: Altertum bis 20. Jahrhundert
Eine Vorform des Hochdrucks ist der Stempeldruck. Im Altertum drückte man die Stempelform in Ton oder Wachs. In Holz schnitzen die Chinesen im Jahre 868 das erste druckbare Buch. Es enthielt Schriften und Illustrationen. Die bis dahin verwendeten Buchpressen verbesserte Gutenberg, indem er eine Wein- oder Mostpresse der damaligen Zeit für seine Spindelpresse umbaute. Mit der Weiterentwicklung der Dampfmaschine durch James Watt entwickelte der deutsche Friedrich Koenig die erste mechanisch arbeitende Druckmaschine, die sogenannte Schnellpresse. Gutenberg und Koenig sind somit die Väter einer neuen Medienrevolution, die über Jahrhunderte anhielt. Ab den 1970er Jahren allerdings verdrängten der Offset- und Digitaldruck den Hochdruck. Nur noch 4 % der Druckerzeugnisse werden heute mit dem Hochdruck hergestellt. Spitzenreiter ist der Offset- bzw. Flachdruck mit 70 %.
Verfahren: Spiegelverkehrte Letter und Klischees
Das Hochdruckverfahren ist ein direktes Druckverfahren. Da die Farbe direkt auf das Papier übertragen wird, sind die einzelnen Lettern spiegelverkehrt. Die Lettern unterscheiden sich nach ihrem Härtegrad: Sie bestehen aus Blei, Holz oder Kunststoff. Sind die einzelnen Lettern vom Setzer oder von einer Maschine zu einem fertigen Text gesetzt worden, kann man aus diesem Satz ein Klischee, eine Nachahmung, herstellen. Dieses Verfahren ist das der Stereotypie, das aus den beweglichen Lettern eine feste (stereo) Buchdruckplatte hergestellt. Mit den Buchdruckplatten kann man kostengünstig und schnell neue Auflagen drucken.
Bei der Wahl der Druckplatte wählt der Drucker danach, wieviel Farbe übertragen werden soll. Eine Kupferplatte gibt aufgrund der Oberflächenstruktur mehr Farbe ab, als eine Platte aus Zink oder Eisen, die weitaus rauher und poröser sind.
Anwendung heute: Grafikdruck aus Holz oder Linol
Gegenüber dem Digitaldruck ist der Hochdruck sehr teuer: Die Aufbewahrung des Satzes erfordert viel Platz und die Herstellung der Druckplatten ist kostenintensiv; außerdem können einige Sätze nur einmal verwendet werden. Daher werden nur noch hochwertige Drucksachen in Auftrag gegeben, wie zum Beispiel Druckgrafiken. So gehören zum Hochdruckverfahren der Holz- und Linolschnitt. Die Grafiken werden direkt in das Holz oder Linol geschnitzt, mit Farbe benetzt und auf das Papier übertragen.