Frottage ist eines der ältesten Druckverfahren überhaupt. Im Deutschen wird auch von „Abreiben“ oder „Durchreiben“ gesprochen. In jedem Fall wird bei diesem Verfahren die reliefartige Oberfläche eines Gegenstandes durch Abreiben auf Papier übertragen. Als Vorlage dient praktisch alles, was Profil hat. Die Abbildungen sind in der Regel sehr detailgetreu und verzerrungsfrei. Am Bekanntesten dürfte das Abreiben von Geldstücken mit Hilfe eines Bleistiftes oder Wachsstiftes auf Papier sein. Die Oberfläche der Münze zeichnet sich anschließend in unterschiedlicher Schraffur auf dem Papier ab. Es werden folglich nur sehr wenige Hilfsmittel benötigt. Neben dem Träger der Oberflächenstruktur, lediglich Papier und ein Blei- oder besser ein Wachsstift. Bei großen Abbildungen sollte das Papier zusätzlich fixiert werden, damit ein Verrutschen ausgeschlossen ist. Für besondere Effekte können verschiedenfarbige Stifte eingesetzt werden.
In England waren um die Jahrhundertwende vom 18. zum 19. Jahrhundert Abbildungen von Grabdenkmäler und ähnlichem sehr beliebt. Die alten Denkmälern waren in der Regel reich mit Ornamenten und Wappen verziert. Die Darstellungen stammten meist aus dem Mittelalter und wurden auf Steinplatten oder später, ähnlich einem Kupferstich, auf Metallplatten graviert. Beide Arten von Vorlagen eigneten sich gut zur Herstellung einer Frottage. In der bildenden Kunst wird Frottage weniger zur Herstellung von möglichst originalgetreuen Reproduktion von Oberflächen genutzt, sondern die Technik ist Stilmittel selbst. Sie ist häufig anzutreffen bei der Anfertigung von Collagen und gibt farbigen Flächen eine strukturierte oder eine gewollt ungewöhnliche Oberfläche. Zum Einsatz kommen alle möglichen Materialien, wie Holz, Glas, Blätter oder Stoffe.
Eine Weiterentwicklung der Frottage ist die Nitrofrottage. Dabei kommt eine Nitroverdünnung als Lösungsmittel zum Einsatz. Die Farbe löst sich dadurch von der Vorlage und kann vorsichtig auf Papier übertragen werden. So lassen sich auch Texte oder Abbildungen aus Zeitungen und Zeitschriften übertragen. Hier entsteht allerdings kein scharfes Abbild, sondern viel mehr eine diffuse Kopie mit interessanten Effekten.