Flachdruck

Der Flachdruck basiert auf der Abstoßung von Öl und Wasser bei der Übertragung von Farbe auf den zu bedruckenden Gegenstand. Dabei besteht die Oberfläche der Druckplatte aus druckenden und nicht druckenden Bereichen. Der druckende Bereich der Platte zieht Öle an (lipophil) und stoßt Wasser ab: die Farbe kann auf den Gegenstand übertragen werden. Der nicht druckende Bereich der Platte zieht Wasser an (hydrophil) und stößt Öle ab: die Farbe wird nicht aufgenommen.

Lithografie: Drucken mit Steinen

Das älteste Verfahren dieser Art ist die Lithografie. Sie geht zurück auf die Erfindung von Alois Senefelder aus dem Jahr 1798. Als Druckvorlage dient ein Stein (lithos), den der Lithograf auf unterschiedliche Art und Weise bearbeiten kann. Bei der Federtechnik überträgt er eine Zeichnung auf den glattpolierten Stein und fixiert diese für den Druck. Das Druckbild bei der Kreidelithografie ist durch den aufgerauten Stein facettenreicher. Für Visitenkarten oder Wertpapier benutzte man die Steingravur: Mit einer Graviernadel ritzt der Lithograf seine Zeichnung direkt in den Stein. Im 19. Jahrhundert nutzte man die Lithografie für den Druck von farbigen Drucksachen.

Offset-Druck: Indirektes Drucken

Heutzutage verwendet man ein indirektes Flachdruckverfahren, den sogenannten Offset-Druck. Das Druckwerk besteht aus verschiedenen Zylindern, Rollen und Walzen, die Farbe, Wasser und das Papier transportieren. Anders als beim Steindruckverfahren wird die Farbe nicht direkt über die Druckvorlage auf das Papier übertragen, sondern über den Gummituchzylinder. Druckvorlage und Druckmedium sind voneinander abgesetzt (offset). In der Druckindustrie werden mit dieser Weiterentwicklung des Flachdruckverfahrens etwa 70 % aller Drucke hergestellt. Dazu gehören Massendrucksachen wie Tageszeitungen, Zeitschriften, Verpackungen oder Plakate und Werbedrucksachen in kleineren Auflagen.

Driografie: Drucken ohne Wasser

Eine Weiterentwicklung des Offset-Drucks bzw. Feuchtdrucks ist die Driograpfie, die mehr oder weniger ohne Wasser funktioniert. Seit den 1980er Jahren kann mit speziellen Farben und Druckplatten fast ohne Feuchtmittel gedruckt werden. Da das Papier weniger feucht ist, sind feinere Druckraster und eine präzisere Farbführung möglich. Neben der verbesserten Druckqualität spart diese Technik Druckkosten und schützt zugleich die Umwelt. Viele Verlage stellen auf den wasserlosen Offset-Druck um.

Lichtdruck und Polyfoliendruck: Hochwertig und teuer

Zum Flachdruck gehören weiterhin noch der Lichtdruck und Polyfoliendruck. Beide Verfahren sind Varianten des Flachdrucks und werden heute entweder nur noch selten angewendet oder nur für spezielle Drucksachen.

Der Lichtdruck ist ein Edeldruckverfahren und wurde aufgrund der hohen Druckkosten durch den Offset-Druck verdrängt. Beim Lichtdruck dienen belichtete Glasplatten als Druckvorlage. Vorbereitung und Druckverfahren erfordern einen hohe Handwerkskunst. Um 1900 verwendete man den Lichtdruck für die Wiedergabe von Zeichnungen, Gemälden oder Fotografien in einer sehr hohen Qualität. Heute existieren weltweit nur noch drei Lichtdruckerein in Florenz, Kyoto und Leipzig.

Sicherheitsfäden und holografische Merkmale in Geldscheinen und Konzertkarten stellt man mit dem Polyfoliendruck her. Bei dieser Druckart druckt man nicht mit Farbe, sondern mit Folien. Die einzelnen Folien werden beschichtet und bei der Erwärmung mit Silberbromidschicht dauerhaft miteinander verbunden.