Aufkleber begegnen wir jeden Tag in jeder Situation: „Bitte keine Werbung einwerfen.“, „Baby an Bord“, „Vorsicht Zerbrechlich“ und auch mit mehr oder weniger (meistens weniger) lustigen Aussagen, sichtbar für den Hintermann: „Alt, aber bezahlt!“ oder „Fahren Sie mir ruhig rein, ich kann das Geld gebrauchen“. Wie auch immer, Aufkleber gibt es in unterschiedlichen Formen, mit unterschiedlichen Aussagen, von unterschiedlicher Haltbarkeit und Dauer. Grundsätzlich besteht der Aufkleber aus einer bedruckten Seite und einer Klebefläche. Die ersten Aufkleber bzw. Etiketten benutzen Menschen bereits 6000 Jahre vor Christus.
Von den Ägyptern bis heute
Alltag und Handel der Ägypter und Sumerer ab ca. 6000 vor Christus brachten die ersten Etiketten hervor. Für die Kennzeichnung von Waren nutzen die Ägypter und Sumerer Rollsiegel mit Schriftzeichen. Vor allem zeichnete man mit diesen ersten Etiketten Preis und Inhalt von Weingefäßen aus.
Römer und Griechen entwickelten ab dem 6. Jahrhundert vor Christus die Rollsiegel weiter. Statt eines Rollsiegels benutzen sie Anhänger bzw. die Informationen zum Wein – Datum, Weinsorte, Herkunft, Jahr – wurden in das Gefäß eingeritzt.
Vom Mittelalter über die Renaissance bis ins 19. Jahrhundert wurden diese Etiketten der Römer und Griechen kaum weiterentwickelt. Erst durch den deutschen Goldschmied und Buchdrucker Johannes Gutenberg, dem Erfinder des Buchdrucks mit beweglichen Metall-Lettern, konnten mit Hilfe der neuen Drucktechnik höherwertige Etiketten, teilweise kunstvoll gestaltet, hergestellt werden. Es dauerte allerdings noch 250 Jahre, bis das Druckverfahren auf den Etikettendruck übertragen wurde. Das älteste gedruckte Etikett stammt aus dem 17. Jahrhundert.
Die Etiketten wurden mit nassem Leim bestrichen und verklebt. Wie auch schon die Vorgänger-Etiketten, nutze man die Etiketten hauptsächlich für die Kennzeichnung von Waren. Das lithographische Druckverfahren (1798) sowie der Mehrfarbendruck (1826) ermöglichten die kunstvolle Ausgestaltung von Weinetiketten, mit dem Ziel, die Attraktivität des Produkts zu steigern. Etiketten dienten also schon damals als Werbemittel.
Bis in das 20. Jahrhundert waren die Aufkleber noch nicht selbstklebend. Man musste sie noch immer mit nassem Leim vorbereiten. Erst in den 1930ern entwickelte der Amerikaner Stanton Avery einen selbstklebenden Kleber aus Kautschuk. Dieser konnte bestrichen und später wieder abgezogen werden. In Deutschland wurden Ende der 1940er erste selbstklebende Postkarten auf den Markt gebracht. Ab 1960 setzte der sogenannte Etikettenboom ein. Heutzutage sind die kleinen Aufkleber nicht mehr wegzudenken. Es gibt sie als Klebeetikett, Paketaufkleber oder Sticker.
Klebeetikett
Seriöse Informationen bzw. Werbebotschaften werden mit Klebeetiketten verbreitet. Ein Klebeetikett besteht aus Obermaterial, Klebstoff, einer Silikonschicht und einem Trägermaterial entweder aus Papier oder Karton. Klebeetiketten weisen den Preis oder Besitz von Waren aus: Also Preisschilder, Strichcodes oder Etiketten auf Verpackungen. Je nach Bedarf, ist das Papier ungestrichen, matt gestrichen, glanz gestrichen oder gussgestrichen; der Kunststoff aus PE, PP, PVC, PET; die Spezialmaterialien Tyvek oder Polyolefine; das Klebemittel aus Synthese Kautschuk, Gummi/Harz, Silikon/Kautschuk/Harz oder Akrylat.
Beschriftet werden die Etiketten entweder mit den Techniken Thermodirekt oder Thermotransfer.
Thermodirekt: Die Farbe der oberen Schicht verändert sich unter Wärme: Schwarz, Rot, Blau. Thermotransfer: Wie der Name schon sagt, wird die Farbe durch Wärme auf das Material übertragen. Es gibt noch eine dritte Variante: das Einbrennen. Für den Druck der Etiketten gibt es hingegen unterschiedliche Verfahren: Digitaldruck, Offsetdruck, Siebdruck, Flexodruck, Fotosatz,
Paketaufkleber
Der Paketaufkleber besitzt Informationen für Sender und Empfänger einer Warenlieferung. Mindestens die Anschrift des Empfängers und Absenders. Darüber hinaus Datum, Gewicht, Paketnummer, Paket-Code, Bemerkungen. Paketaufkleber werden im Thermodirektdruck-Verfahren hergestellt: Es ist kein Zufall, dass der Paketaufkleber beim Abziehen kaputt geht – Klebstoff und Thermopapier sind extra dafür ausgewählt.
Sticker
Sticker, englisch für Aufkleber, sind meistens kleine bunte Aufkleber zum Sammeln oder Verschenken. In Stickeralben sammeln Kinder alle möglichen Motive: Ob Sport, Tier oder Comic Jung wie Alt können zu jedem Thema die passenden Bildchen sammeln oder aufkleben.
In der Streetartszene – eine Kunst im öffentlichen Raum: besprüht oder beklebt werden Häuserwände, Stromkästen, Laternen, Verkehrsschilder, Telefonzellen, Mülleimer, Ampeln und sogar Bäume – verwendet man statt Graffiti Aufkleber. Die Aufkleber werden großzügig an vielen Orten in der Stadt verklebt. Manchmal verwendenn die Streetart-Künstler mehrere Aufkleber für ein großes „Stickerkunstwerk“.